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Was ist Eastman Tritan™ Copolyester?

Kann ich bedenkenlos Trinkflaschen aus Tritan nutzen?

Sie sind bestimmt selber schon auf der Suche nach einer Trinkflasche auf den Kuststoff Tritan gestoßen. Laut den Angaben sollen sie BPA-Free sein, aber sind sie auch für unsere Gesundheit unbedenklich?

 

Die amerikanische Firma Eastman Chemicals ist der Hersteller des synthetischen Polyamers. Es gibt sehr viele Wasserflaschen, die dieses Material verwenden, jedoch von anderen Herstellern stammen.  Der Kunststoff ist total geschmacksneutral, wärmebeständig, lebensmittelecht,  bruchsicher und spülmaschinenfest bis zu einer Temperatur von 80 Grad. Zusammen mit einer guter Formbarkeit, hoher Stabilität und anderen sehr positiven Produkteigenschaften ist Tritan ein Werkstoff für viele Gegenstände. Vor allem Wasserflaschen.


Für den Kauf einer Trinkflasche aus Tritan spricht folgendes:

  • Der Kunststoff ist leicht und sehr stabil und für Trinkflaschen daher gut geeignet.
  • Laut Angaben des Herstellers ist der Kunststoff frei von Bisphenol A (BPA).
  • Da keine Informationen zum gesundheitlichen Bedenken bei Tritan bestehen, kann man eine Wasserflasche aus diesem Material empfehlen. Bei Plastikflachen ist die Bedenklichkeit aufgrund des BPA´s bewiesen.

Unsere Tipps zur Reinigung deiner Tritan-Flasche

Sie können die Flaschen aus Tritan zwar auch bei Temperaturen bis 100 Grad Celsius in der Spülmaschine reinigen, wir empfehlen aber niedrigere Temperaturen. Desto höher die Temperatur, desto schneller lassen die Eigenschaften von Tritan nach. Dazu tragen auch das Klarspüler und ein eventueller Geschirrspülmittel bei.

Dem Hersteller zufolge haben Trink-Flaschen daher nur eine begrenzte Haltbarkeit. Die Empfehlung des Herstellers lautet, die Trinkflaschen nicht mehr als 60 Mal in einer Spülmaschine zu reinigen. Wenn Sie die Flasche aber schonend per Hand waschen, liegt die Empfehlung bei 300 Reinigungsdurchgängen. Schonend bedeutet, dass du keine scharfen Reinigungsmittel verwenden solltest, sonst verringert sich die Lebensdauer deutlich.

Die schonende Reinigung:

  • Wir empfehlen auf jeden Fall die Handreinigung. Dazu reicht heißes (am besten nicht kochendes) Wasser, dem Sie ein neutrales oder ein schwach alkalisches Reinigungsmittel zufügen. Danach spülen Sie die Flasche gründlich mit klarem, lauwarmem Wasser nach.
  • Wenn Sie die Trinkflasche in der Spülmaschine reinigen wollen, wähle ein Spülprogramm, das unter 80 Grad Celsius liegt. Verwende außerdem ein schonendes Spülmittel und verzichte auf einen Klarspüler, um das Material zu schonen.

Wichtig: Wenn die Wasserflasche Haarrisse zeigt, solltest Sie sizeitnah austauschen.

 


Eastman Tritan: ist der Kunststoff gesundheitsschädlich?

Der Erfolg von Eastman Tritan beruht vor allem darauf, dass andere Kunststoffe wegen des Gehalts an Bisphenol A (BPA) in Verruf geraten sind und als gesundheitsschädlich gelten. Bei Babyflaschen aus Plastik ist BPA deswegen bereits verboten (Quelle: EU) und Konsumenten suchen deswegen heute gezielt nach „BPA-freien“ Alternativen. Eastman Chemicals (9 Milliarden Umsatz 2012) hat mit dem BPA-freien Tritan also einen höchst attraktiven Kunststoff im Angebot, der auch für die Verwendung im Umfeld von Baby-Ernährung und Medizintechnik geeignet erscheint.

Der HCWH-Bericht „Non-toxic Healthcare: Alternatives to Phthalates and Bisphenol A in Medical Devices“ (PDF) nennt Tritan als sterilisierbare Alternative für Kunststoffe, die BPA enthalten, weist indes aber auch darauf hin, dass auch in Sachen Gesundheit „unabhängige Studien notwendig“ seien. Ganz allgemein heißt „BPA-frei“ nicht automatisch, dass nicht andere Stoffe und alternatives Plastik mit anderen Nebenwirkungen mit dem jeweils verwendeten Kunststoff verbunden sein können. „Dass Kunststoffe eine ganze Reihe endokrin wirksamer Substanzen enthalten und freisetzen können, konnte […] bestätigt werden“, heißt es dazu in einer Publikation des UBA (PDF) – in der es aber nicht speziell um Tritan geht.

Eastman Chemicals ließ sein Tritan testen und gibt auf Basis der Ergebnisse an, dass das Plastik generell frei sei von hormonell wirksamen Substanzen (PDF), die der Gesundheit schaden können. Allerdings veröffentlicht der Hersteller lediglich ein „Material Safety Data Sheet“, also ein Datenblatt, aus welchem keine Angaben zur Toxizität oder zu Umweltauswirkungen hervorgehen.

In den USA, in Kanada, in China und Japan und auch in der EU ist der Eastman-Kunststoff für Lebensmittel zugelassen. Tritan ist aber nicht unumstritten: So wollten Forscher des US-Unternehmen PlastiPure/CertiChem laut Spektrum der Wissenschaft eben doch östrogene Wirkungen festgestellt haben. Eastman klagte gegen diese Aussagen und bekam vor Gericht recht (PR-Meldung).

Das investigative US-Magazin Mother Jones widmete sich dem Thema hier 2014 noch einmal; der Beitrag ist höchst lesenswert in Sachen BPA-Streit in den USA. Er geht vor allem auf die Geschäftspraktiken amerikanischer Monopolisten ein, auf fragwürdige Expertengutachten, Zeugen, Richter und auf leichtgläubige Konsumenten. Wesentliche neue Fakten für Tritan ergeben sich daraus aber nicht. Allerdings ist Eastman Chemicals ja auch ein milliardenschwerer Konzern, mit dem man sich eben nicht leichtfertig anlegt.

Ein Bericht in The Atlantic findet es allgemein problematisch, das in den USA die Firmen selbst angeben können, welche toxischen Stoffe ihre Materialien enthalten (mit TTIP würde das auch bei uns so sein), und das wir daher möglicherweise nicht genug über neue Kunststoffe und Plastikarten wissen. Auch Organisationen etwa mightynest.com finden es besorgniserregend, dass „neue BPA-freie Kunststoffe“ auf breiter Basis genutzt werden, ohne dass dieses Plastik genauer erforscht wurde.

Eastman Tritan Copolyester im Video

Mit diesem Zeitraffer-Video demonstriert Eastman, dass sein Copolyester ein besonders robustes Plastik ist:

 

kk